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Radlast im Motorsport richtig vermessen

Für Fahr­zeu­ge im Motor­sport ein abso­lu­tes Muss und bei Stra­ßen­fahr­zeu­gen, die es ger­ne sport­lich haben, emp­feh­lens­wert – Das Ein­stel­len der Rad­last. Ein prä­zi­ses Gera­de­aus fah­ren sowie Ein­lenk- und Brems­ver­hal­ten erreicht man nur durch exakt ein­ge­stell­te Rad­las­ten. Pro­fis, die ihren Sport­wa­gen nicht ger­ne in frem­de Hän­de geben, kön­nen sich mit mobi­len Rad­last­waa­gen ihr Fahr­werk selbst ein­stel­len.

Warum ist die richtige Vermessung im Motorsport so wichtig?

Das Fahr­ver­hal­ten und die Stra­ßen­la­ge von Sport- oder Renn­wa­gen sowie die Lebens­dau­er der Rei­fen hän­gen wesent­lich davon ab, ob die Räder die rich­ti­gen Rad­stel­lun­gen ein­neh­men. Ein­stell­ba­re Fak­to­ren wie Vor­spur, Sturz und Nach­lauf haben Ein­fluss auf die jewei­li­ge Rad­last­ver­tei­lung und natür­lich auf das Fahr­ver­hal­ten. Nach „Feind­be­rüh­run­gen“ oder ande­ren Hin­der­nis­sen wird meist die Achs­geo­me­trie ver­stellt. Für einen lei­den­schaft­li­chen Motor­sport­ler ist das natür­lich eine Kata­stro­phe. Daher soll­te man drin­gend eine Achs­ver­mes­sung am Fahr­zeug vor­neh­men, um das Fahr­werk wie­der in einen opti­ma­len, wett­be­werbs­fä­hi­gen Zustand zu ver­set­zen.

Vor allem im Motor­sport, wo ein prä­zi­ses Fahr­ver­hal­ten uner­läss­lich ist, wirkt sich eine Fehl­stel­lung beim Fah­ren natür­lich nega­tiv aus. Eine wei­te­re Neben­er­schei­nung ist dabei auch die ver­stärk­te Rei­fen­ab­nut­zung. Schon das kleins­te, ver­än­der­te Ver­schleiß­bild wie zum Bei­spiel die Abnut­zung an den Außen- oder Innen­sei­ten des Rei­fens kann dar­auf hin­deu­ten, dass sich die Rad­stel­lung ver­än­dert hat.

Dadurch mög­li­cher­wei­se ent­ste­hen­de zu hohe Rei­fen­tem­pe­ra­tu­ren ver­ur­sa­chen Grip­ver­lust und erhöh­ten Ver­schleiß. Das Fahr­ver­hal­ten und somit die Run­den­zei­ten ver­schlech­tern sich.

Sobald die Achs­ver­mes­sung abge­schlos­sen ist, müs­sen die zuvor ermit­tel­ten Feh­ler kor­ri­giert wer­den. Die Rad­last­waa­ge ist dabei ein uner­läss­li­ches Hilfs­mit­tel.

Tipp: Wenn Sie grund­sätz­li­che Arbei­ten am Fahr­werk durch­füh­ren, soll­ten Sie immer die rich­ti­ge Posi­ti­on der Räder über­prü­fen.

Geeichte Messtechniken mit präziser Software

Die Funk­tio­nen der Fahr­zeug­waa­gen sind sehr viel­fäl­tig. Eine kor­rek­te Ermitt­lung der Rad­last, der jewei­li­gen Achs­las­ten, aber natür­lich auch das Fahr­zeug­ge­samt­ge­wicht steht dabei ein­deu­tig im Vor­der­grund. Die Waa­gen sind mit einer prä­zi­sen Soft­ware aus­ge­rüs­tet. Sie ermög­li­chen das Erzie­len einer opti­ma­len Rad­last­ver­tei­lung, sie sind in der Lage den Fahr­zeug­schwer­punkt zu bestim­men und sind not­wen­dig, um ein mög­lichst ins­ge­samt nied­ri­ges Fahr­zeug­ge­wicht zu errei­chen.

Die Waa­gen haben den Vor­teil, dass sie nicht nur in der Werk­statt oder an einem ver­gleich­ba­ren Ort, son­dern über­all dort ein­setz­bar sind, wo es einen hori­zon­ta­len und fes­ten Unter­grund gibt.

Sie sind hand­lich, mobil und leicht zu bedie­nen. Außer­dem kön­nen die Waa­gen bei Bedarf mit optio­na­len Zusatz­mo­du­len aus­ge­rüs­tet wer­den. So ist eine Aus­stat­tung mit auf­fahr­freund­li­chen Ram­pen oder mit Höhen­aus­gleichs­mo­du­len denk­bar. Das Glei­che gilt für eine spe­zi­ell für den Motor­sport kon­zi­pier­te Funk­da­ten­über­tra­gung mit Daten­spei­che­rung und indi­vi­du­el­ler Appli­ka­ti­ons-Soft­ware.

Radlastwaagen im Motorsport

Eine Rad­last­waa­ge im Motor­sport ist wie das Salz in der Küche – unver­zicht­bar.

Sie kann für ver­schie­de­ne Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­ty­pen ver­wen­det wer­den. Es ist sowohl eine funk- als auch eine kabel­ge­bun­de­ne Arbeits­wei­se mög­lich. Bei Bedarf kann auch vari­iert wer­den. Sämt­li­che Mess­wer­te bezüg­lich Rad­last, Achs­last und Gewichts­ver­tei­lung wer­den von den Waa­gen nicht nur prä­zi­se ange­zeigt, son­dern auch voll­stän­dig doku­men­tiert. So kön­nen sie zu einem spä­te­ren Zeit­punkt jeder­zeit wie­der abge­ru­fen wer­den.

Die Rad­last­waa­gen zeich­nen sich durch ihre fle­xi­blen Ein­satz­mög­lich­kei­ten und ihre robus­te Bau­wei­se aus. Sie ver­fü­gen über hoch­auf­lö­sen­de Mess­zel­len. Der Vor­teil die­ser Tech­nik ist, dass sie nicht nur für zahl­rei­che Fahr­zeug­ty­pen, son­dern auch an vie­len Orten ein­setz­bar sind. Selbst wid­ri­ge Umge­bungs­be­din­gun­gen sind kein Hin­der­nis für eine kor­rek­te Mes­sung und Gewichts­er­mitt­lung klei­ner und gro­ßer Fahr­zeu­ge für den Motor­sport. Die Waa­gen kön­nen auch höchs­ten Anfor­de­run­gen genü­gen und sind zudem mobil und fle­xi­bel ein­setz­bar.

So wird die Achslast bzw. Radlast gemessen

Um ein per­fek­tes Fahr­ver­hal­ten zu erzie­len, ist die Posi­ti­on des Schwer­punk­tes wich­tig. Die­se muss zuvor ermit­telt wer­den. Sie ist unter ande­rem für das Nick­ver­hal­ten des Fahr­zeu­ges von Bedeu­tung, da beim Beschleu­ni­gen die Träg­heits­kraft im Schwer­punkt wirkt und die Antriebs­kraft auf der Stra­ße. Je weni­ger sich das Fahr­zeug beim Beschleu­ni­gen aus den vor­de­ren Federn hebt, des­to bes­ser ist sei­ne Trak­ti­on (ins­be­son­de­re beim Front­an­trieb). Beim Brems­ver­hal­ten gilt umge­kehrt das Glei­che, je hori­zon­ta­ler das Fahr­zeug dabei bleibt, des­to effek­ti­ver ist sei­ne Brems­leis­tung und sta­bi­ler sein Fahr­ver­hal­ten. Glei­ches gilt für die Sei­ten­nei­gung (Roll­ver­hal­ten) des Fahr­zeu­ges beim Durch­fah­ren von Kur­ven. Je nied­ri­ger und gut plat­ziert der Schwer­punkt ist, des­to gerin­ger wird die Sei­ten­nei­gung und umso bes­ser das Fahr­ver­hal­ten sein. Zur Ermitt­lung der Schwer­punk­tes muss jedes Rad des zu wie­gen­den Fahr­zeu­ges auf einer eige­nen Wäge­platt­form ste­hen.

Hier­bei ist auf einen exakt waag­rech­ten Boden und eine kor­rek­te Kali­brie­rung zu ach­ten. Außer­dem soll­te sich der Fah­rer im Fahr­zeug befin­den und der Kraft­stoff­tank für die Hälf­te der Renn­di­stanz gefüllt sein. Dadurch wird ver­sucht, die Bedin­gun­gen wäh­rend eines Ren­nens nähe­rungs­wei­se zu simu­lie­ren. Aus den ein­zel­nen Rad­las­ten kann durch die Addi­ti­on die ent­spre­chen­de Achs­last sowie das Gesamt­ge­wicht ermit­telt wer­den.

Aus den Mess­wer­ten ist in der Regel ersicht­lich, dass eine unglei­che Auf­tei­lung der Rad­las­ten von rechts nach links zu ver­zeich­nen ist. Die­se ist durch die Ein­bau­la­ge von Motor und Getrie­be, Tank und Neben­ag­gre­ga­ten wie Küh­ler bedingt und kann sich nach­tei­lig auf das Kur­ven­ver­hal­ten des Fahr­zeu­ges aus­wir­ken.

Achs­last­waa­gen eig­nen sich sowohl für dyna­mi­sche als auch für sta­tio­nä­re Mes­sun­gen. Die Daten­über­tra­gung erfolgt per Funk. Sie kön­nen schnell auf- und wie­der abge­baut wer­den.

Hea­der­bild: © Shut­ter­stock / Digi­tal­Pen

Ein Kommentar

  • Ein inter­es­san­ter Bei­trag zum The­ma Rad­last­waa­gen. Mein Vater hat mal semi­pro­fes­sio­nel­len Motor­sport betrie­ben. Für mich ist das ein fas­zi­nie­ren­der Sport. Beson­ders die tech­ni­schen Hin­ter­grün­de, die dafür sor­gen, dass ein Fahr­zeug schnel­ler fährt, als das ande­re inter­es­sie­ren mich.

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