ISO Kalibirierung | As-Wägetechnik Magazin

Was ist die ISO Kalibrierung?

In der Indus­trie müs­sen Waa­gen regel­mä­ßig kali­briert wer­den, was die Betrie­be zu grund­sätz­li­chen Ent­schei­dun­gen zwingt.  Oft­mals herscht Unsi­cher­heit, wel­che Art der Kali­brie­rung tat­säch­lich not­wen­dig ist. Die ISO Kali­brie­rung ist zwar meist preis­wer­ter als eine DAkkS Kali­brie­rung, bringt jedoch kei­ne Rechts­si­cher­heit mit sich – ob sie in Fra­ge kommt, wird im Fol­gen­den geklärt.

 

Eine ISO Kali­brie­rung wird in der Regel von nicht akkre­di­tier­ten Labo­ra­to­ri­en oder Fach­be­trie­ben durch­ge­führt, wobei die Mess­mit­tel einer Kon­trol­le nach DIN EN ISO 9001:2008 unter­lie­gen.

Bei einer Werks­ka­li­brie­rung ist der Kom­pe­tenz­nach­weis der aus­füh­ren­den Betrie­be nicht von aner­kann­ter, staat­li­cher Stel­le (Deut­sche Akkre­di­tie­rungs­stel­le) gesi­chert  – anders als bei einer  Kali­brie­rung durch ein akkre­di­tier­tes Labor. Der Inhalt der jewei­li­gen Werks­ka­li­brier­schei­ne kann mit dem Kali­brier­la­bor abge­stimmt wer­den. Kommt kein aner­kann­tes Mess­ver­fah­ren zum Ein­satz, muss min­des­tens aber die Rück­führ­bar­keit der ver­wen­de­ten Prüf­ge­wich­te durch aktu­el­le Kali­brier­schei­ne gewähr­leis­tet wer­den. Im DAkkS-Kali­brier­schein gibt es eine For­mel, die dem Betrei­ber ermög­licht, an jedem Punkt des Linea­ri­täts­be­rei­ches die Mess­un­si­cher­heit der jewei­li­gen Wäge­wer­te zu bestim­men.

Der Werks­ka­li­brier­schein bie­tet die­se For­mel nicht, aller­dings doku­men­tiert er etwai­ge Abwei­chun­gen im Bereich der Linea­ri­tät, der Repro­du­zier­bar­keit und der Ecken­be­las­tung der Waa­ge, vor und nach einer etwai­gen Jus­ta­ge, vor dem Hin­ter­grund von zuläs­si­gen Tole­ran­zen.

Der Auf­wand zum Betrei­ben eines akkre­di­tier­ten Labo­res zieht erheb­li­che Kos­ten nach sich, die sich natür­lich auf die Prei­se der Kali­brie­rung aus­wir­ken. Aus die­sem Grund ist eine ISO Kali­brie­rung eine gute Alter­na­ti­ve, wenn eine DAkkS Kali­brie­rung für die jewei­li­gen Mess­ge­rä­te nicht unbe­dingt not­wen­dig ist. Zu beach­ten ist aller­dings, dass Werks­ka­li­brier­schei­ne von  Audi­to­ren mit­un­ter ange­zwei­felt oder sogar abge­lehnt wer­den, da die­se kei­ne welt­wei­te Aner­ken­nung, wie bei­spiels­wei­se DAkkS-Kali­brier­schei­ne, besit­zen.

Die DAkkS Kalibrierung

Bei der Deut­schen Akkre­di­tie­rungs­stel­le GmbH (DAkkS) han­delt es sich um die natio­na­le Akkre­di­tie­rungs­stel­le Deutsch­lands. Die DAkkS begut­ach­tet, akkre­di­tiert und über­wacht Kali­brier- und Prüf­la­bo­ra­to­ri­en nach DIN EN ISO/IEC 17025. In die­ser Norm sind sowohl For­de­run­gen an die fach­li­che als auch die tech­ni­sche Befä­hi­gung eines Labo­ra­to­ri­ums und der Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­te­me des­sel­ben ver­an­kert.

Grund­sätz­lich kön­nen DAkkS Kali­brier­schei­ne aus­schließ­lich über die im Qua­li­täts­ma­nage­ment-Hand­buch beschrie­be­nen und von der Deut­schen Akkre­di­tie­rungs­stel­le GmbH publik­ge­mach­ten Mess­grö­ßen eines akkre­di­tier­ten Kali­brier­la­bors emit­tiert wer­den.

Ein hohes Qua­li­täts­ni­veau wird durch Reak­kre­di­tie­rung und regel­mäs­si­ge, exter­ne Begut­ach­tung sicher­ge­stellt. Das Qua­li­täts­ni­veau wird im all­ge­mei­nen durch hoch­qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal, defi­nier­te Mess­ver­fah­ren und Umge­bungs­be­din­gun­gen, sowie rück­ge­führ­te Nor­ma­le erzielt. Aus dem hohen Per­so­nal- und Ver­fah­rens­auf­wand resul­tie­ren ver­läss­li­che, hoch­prä­zi­se Bewer­tun­gen von Mess­ergeb­nis­sen.

Vor­teil­haft an einer DAkkS-Kali­brie­rung ist zudem, dass die DAkkS Kali­brier­schei­ne welt­weit aner­kannt wer­den. Im Hin­ter­grund ste­hen mul­ti­la­te­ra­le Abkom­men durch die Euro­pean Coope­ra­ti­on For Accredi­ta­ti­on (EA) und die Inter­na­tio­nal Labo­ra­to­ry Accredi­ta­ti­on Coope­ra­ti­on (ILAC), durch die eine gegen­sei­ti­ge Akkre­di­tie­rungs­sys­te­me-Aner­ken­nung gesi­chert wird.

ISO Kalibrierung: Eine wertvolle Ergänzung

Laut der Norm für Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­te­me DIN EN ISO 9001:2008 bestehen spe­zi­fi­sche Anfor­de­run­gen zur Mess­mit­tel­über­wa­chung. Unab­hän­gig der Vor­ga­ben über Kali­brie­rung von Mess­ge­rä­ten ist die regel­mä­ßi­ge Eichung der Waa­gen kei­ne Schi­ka­ne des Gesetz­ge­bers, son­dern liegt auch im Eigen­in­ter­es­se der Indus­trie, wenn es um die Über­prü­fung von Min­dest­be­füll­men­gen und Pro­dukt­qua­li­tät geht. Durch die Eichung von Waa­gen wer­den gesetz­li­che Bestim­mun­gen erfüllt.  

Die Kali­brie­rung von Mess­ge­rä­ten ist im Gegen­satz dazu kei­ne gesetz­li­che Vor­ga­be, son­dern erfüllt For­de­run­gen aus dem Bereich der Qua­li­täts­si­che­rung.

Gröss­te Sicher­heit bei Begut­ach­tun­gen, Abnah­me­prü­fun­gen und Pro­dukt­haf­tung bekom­men Sie nur durch eine DAkkS Kali­brie­rung.

Wird im Zuge der Kali­brie­rung eru­iert, dass eine Waa­ge den Anfor­de­run­gen nicht ent­spricht, soll­te der jewei­li­ge Betrieb nicht nur bewer­ten, inwie­weit frü­he­re Mess­ergeb­nis­se Gül­tig­keit besit­zen, son­dern auch ent­spre­chen­de Maß­nah­men in Bezug auf die Indus­trie­waa­ge tref­fen. Auf die­se Wei­se wird durch eine regel­mä­ßi­ge Kali­brie­rung die Dienst­leis­tungs- oder Pro­dukt­qua­li­tät gesi­chert, so dass auf inter­na­tio­nal ver­gleich­ba­re Mess­ergeb­nis­se zurück­ge­grif­fen wer­den kann.

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