Antike Waagen Unterschied modernen Waagen

Antike Waagen – Unterschiede zu modernen Waagen

Schon seit Jahr­tau­sen­den ver­wen­det die Mensch­heit für unter­schied­lichs­te Zwe­cke Waa­gen. Die­se haben sich im Lau­fe der Zeit ver­än­dert und neue Ein­satz­mög­lich­kei­ten kamen hin­zu. Ent­de­cken Sie eine Zeit­rei­se durch die Geschich­te von Waa­gen sowie den Unter­schied von anti­ken zu moder­nen Waa­gen in unse­rem Blog­ar­ti­kel.

Antike Waagen – Vorbild bis heute

Ohne Wäge­tech­nik ist kei­ne Rezep­tur mög­lich – ob in der Küche oder im Labor. Auch die Archi­tek­tur und der Han­del wären ohne Waa­gen über die Zeit hin­weg nicht zu dem gewor­den, was sie heu­te sind. Das wuss­ten bereits frü­he Zivi­li­sa­tio­nen, wes­halb anti­ke Waa­gen zu den ers­ten Instru­men­ten ent­ste­hen­der Hoch­kul­tu­ren gehö­ren. Über die Jahr­tau­sen­de hin­weg haben sich grund­le­gen­de Prin­zi­pi­en des Wägens bis in unse­re Tage erhal­ten, ande­re sind hin­zu­ge­kom­men. Lesen Sie hier Wis­sens­wer­tes über die Geschich­te der Waa­ge und die Unter­schie­de zu den Waa­gen unse­rer Tage.

Balkenwaagen – der Anfang von allem

Anti­ke Waa­gen gibt es seit min­des­tens 7000 Jah­ren. In einem ägyp­ti­schen Grab aus dem fünf­ten Jahr­tau­send vor Chris­tus ent­deck­ten Archäo­lo­gen einen Waa­ge­bal­ken. Die frü­hes­ten Abbil­dun­gen, auf denen anti­ke Waa­gen voll­stän­dig dar­ge­stellt sind, stam­men eben­falls aus dem alt­ägyp­ti­schen Raum, ange­fer­tigt um 2000 vor Chris­tus. Das kon­struk­ti­ve Prin­zip gleicht der moder­nen Bal­ken­waa­gen, mit dem Unter­schied, dass der Bal­ken des anti­ken Ver­tre­ters nicht auf einem Sta­tiv ruht, son­dern an einem Seil auf­ge­hängt ist. Gemein­sam mit heu­ti­gen Bal­ken­waa­gen haben anti­ke Waa­gen die Anord­nung der Waag­scha­len an den bei­den Enden des Bal­kens.

Hebelwaagen – der Weg zur Präzision

Den nächs­ten evo­lu­tio­nä­ren Schritt erfuh­ren anti­ke Waa­gen um 500 vor Chris­tus, als die Etrus­ker die Wäge­ge­nau­ig­keit spür­bar ver­bes­ser­ten. Eine kon­struk­ti­ve Wei­ter­ent­wick­lung fand im anti­ken Rom statt. Aus die­ser Zeit stammt das Prin­zip der Hebel­waa­ge, also einer asy­me­tri­schen Bal­ken­waa­ge. Bei ihr ist der Auf­la­ge­punkt nicht in der Mit­te des Bal­kens ange­ord­net und der län­ge­re Arm weist eine Strich­mar­kie­rung und ein ver­schieb­ba­res Gewichts­stück auf. Auch die­se Vari­an­te hat sich bis in unse­re Zeit erhal­ten.

Anti­ke Waa­gen des Typs Hebel­waa­ge erfuh­ren eben­falls eine Wei­ter­ent­wick­lung in Rich­tung Wäge­ge­nau­ig­keit. Dies geschah schwer­punkt­mä­ßig in der Renais­sance, als prä­zi­se Ana­ly­se­waa­gen in die alche­mis­ti­schen Labors die­ser Zeit Ein­zug hiel­ten.

Weiterentwicklungen

Einen ent­schei­den­den Schritt hin zu moder­nen Wäge­tech­ni­ken, die auch heu­te noch Ver­wen­dung fin­den, tat im Jahr 1669 der Fran­zo­se Joa­chim Rosen­tahl de Romeé mit der Erfin­dung der Tafel­waa­ge. Die­ser Bau­typ bringt den Vor­teil mit sich, dass die Posi­ti­on des Wäge­guts auf der Waag­scha­le kei­nen Ein­fluss auf das Ergeb­nis hat. Man­che Küchen­wa­gen unse­rer Tage basie­ren auf die­sem tech­ni­schen Prin­zip.

Den nächs­ten tech­no­lo­gi­schen Schritt tat im Jahr 1763 ein schwä­bi­scher Pfar­rer namens Phil­ipp Mat­thä­us Hahn. Die von ihm ent­wi­ckel­te Nei­gungs­waa­ge basiert nicht mehr auf dem Ver­gleich von Gewich­ten wie bei der Bal­ken­waa­ge und der Hebel­waa­ge, son­dern auf der Aus­len­kung einer an einem Hebel befes­tig­ten Mas­se. Die­ses Bau­prin­zip fin­det sich bis heu­te in vie­len mecha­ni­schen Brief­waa­gen wie­der.

Moderne Wägetechniken

Anti­ke Waa­gen, deren tech­ni­sche Prin­zi­pi­en sich bis heu­te erhal­ten haben, arbei­ten im Wesent­li­chen mit dem Mas­sen­ver­gleich. Dazu gehö­ren die Bal­ken­waa­ge, die Hebel­waa­ge und die Nei­gungs­waa­ge. Spä­ter sind eini­ge wei­te­re Prin­zi­pi­en hin­zu­ge­kom­men:

Prinzip Elastizität

Die­ses Prin­zip nut­zen vor allem Feder­waa­gen, wobei im ein­fachs­ten Fall ein Gewicht an eine Feder gehängt wird und deren Ver­län­ge­rung gemes­sen wird. Unter Anwen­dung der Feder­kon­stan­te lässt sich dar­aus das Gewicht errech­nen. Ein damit ver­wand­tes Ver­fah­ren ist die Gewichts­mes­sung durch Ver­for­mung, wie sie bei­spiels­wei­se in Sen­so­ren oder Mem­bra­nen zur Anwen­dung kommt.

Eine beson­de­re Eigen­schaft von Feder­waa­gen ist die Prä­zi­si­on, die mit ihnen mög­lich ist. Sie hängt im Wesent­li­chen von der Grö­ße und Beschaf­fen­heit der Feder ab. Wegen der gro­ßen Band­brei­te bei der Prä­zi­si­on gibt es Feder­waa­gen in zahl­rei­chen Aus­füh­run­gen – von der mas­si­ven Feder­waa­ge für gro­ße Gewich­te über die Schnell­waa­ge mit Zei­ger und die Per­so­nen­waa­ge bis hin zur Prä­zi­si­ons­waa­ge für Labors mit einer Mess­ge­nau­ig­keit zwi­schen 0,1 und 0,5 Pro­zent.

Prinzip Elektromechanik und Elektronik

Die­se tech­ni­schen Prin­zi­pi­en haben heu­te beim Wie­gen in vie­len Berei­chen die Füh­rungs­rol­le über­nom­men. Die Vor­tei­le lie­gen auf der Hand: Elek­tro­ni­sche Waa­gen sind prä­zi­ser, robus­ter und meist auch bil­li­ger als ihre mecha­ni­schen Vor­läu­fer. Auch die Ables­bar­keit hat nicht nur an Schnel­lig­keit, son­dern auch an Qua­li­tät gewon­nen. Das Able­sen von einer mecha­ni­schen Ska­la erfor­dert Augen­maß und lässt einen gewis­sen Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum zu. Die digi­ta­le Anzei­ge einer elek­tro­ni­schen Waa­ge ist das Ergeb­nis eines Wäge- und Rechen­vor­gangs und lie­fert ein abso­lu­tes Ergeb­nis.

Auch bei der Wäge­prä­zi­si­on lässt sich mit elek­tro­ni­schen Waa­gen ein vor­her nicht erreich­ba­rer Stan­dard ver­wirk­li­chen. So ver­fü­gen elek­tro­ni­sche Ana­ly­se­waa­gen bei­spiels­wei­se über ein Gehäu­se, das selbst so mini­ma­le Ein­flüs­se wie Luft­be­we­gun­gen aus­schließt, um auf ein abso­lut gül­ti­ges Wäge­er­geb­nis zu kom­men. Wei­te­re tech­ni­sche Aus­stat­tungs­merk­ma­le sind Dämp­fun­gen zum Aus­schluss mini­mals­ter Erschüt­te­run­gen und hoch­prä­zi­se Kali­brie­rungs­funk­tio­nen.

Fazit

Anti­ke Waa­gen haben für die Gewichts­er­mitt­lung tech­ni­sche Prin­zi­pi­en vor­ge­ge­ben, die bis zum heu­ti­gen Tag Gül­tig­keit haben. Das gilt ins­be­son­de­re für Bal­ken­waa­gen und Hebel­waa­gen. Die Ent­wick­lun­gen in der Elek­tro­me­cha­nik und der Elek­tro­nik haben aller­dings neue Wäge­tech­no­lo­gi­en ermög­licht, die in vie­len Berei­chen die Füh­rungs­rol­le über­nom­men haben.

 

Hea­der­bild: © Shutterstock/ Vet­re

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