Wägezelle | As-Wägetechnik Magazin

Was ist eine Wägezelle?

 

Das Herz­stück einer Waa­ge oder eines Wäge­sys­tems ist die Wäge­zel­le, ohne sie funk­tio­niert gar nichts. Inner­halb der Wäge­zel­le befin­det sich ein Stück Metall (ein soge­nann­ter Deh­nungs-Mess­strei­fen), wel­ches unter Gewichts­be­las­tung leicht nach­gibt. Sen­so­ren rech­nen die­se Nach­gie­big­keit in elek­tro­ni­sche Impul­se um; idea­ler­wei­se ist sie immer wie­der ver­wend­bar und ver­formt sich auch nach inten­si­ver, norm­ge­rech­ter Belas­tung nicht.

Wird eine Waa­ge unsach­ge­mäß behan­delt, kann dies die Wäge­zel­le, das Herz jeder Waa­ge, irrever­si­bel beschä­di­gen. Wäge­zel­len wer­den ein­ge­setzt, um auch bei schwie­ri­gen Umge­bungs­ein­flüs­sen ein Gewicht bezie­hungs­wei­se eine Kraft zu mes­sen. Gemes­sen an sämt­li­chen Kom­po­nen­ten von elek­tro­ni­schen Wäge­sys­te­men ist sie die wich­tigs­te, aller­dings auch die emp­find­lichs­te Kom­po­nen­te.

Der Aufbau einer Wägezelle

Jede Wäge­zel­le ver­fügt über einen Kraft­auf­neh­mer, wobei es sich in der Regel um einen Feder­kör­per han­delt (vgl. Strich­li­ni­en in Gra­fik). Ein Feder­kör­per ist ein spe­zi­ell geform­tes Metall­stück, das sich unter Ein­wir­kung von Mas­se geo­me­trisch leicht ver­än­dert. Dabei kann die elas­ti­sche Ver­for­mung des Kraft­auf­neh­mers für Gewich­te von eini­gen hun­dert Gramm bis hin zu Gewich­ten von meh­re­ren Ton­nen mit­hil­fe von Deh­nungs­mes­strei­fen erfasst und in ein elek­tri­sches Signal umge­wan­delt wer­den.

Cha­rak­te­ris­ti­sche Feder­kör­per­for­men sind zum Bei­spiel:

  • Dop­pel­bie­ge­bal­ken (klei­ne Las­ten)
  • Mul­ti­bie­ge­bal­ken-Feder­kör­per (in hoch­wer­ti­ge Waa­gen inte­griert)
  • Mem­bran-Feder­kör­per
  • Scher­stab (grö­ße­re Las­ten)
  • Ring­tor­si­ons­fe­der­kör­per (hohe Las­ten)
  • säu­len­för­mi­ge Feder­kör­per (Hohl­zy­lin­der oder Druck­stab)

Die Einsatzgebiete

Jedes Mess­mit­tel­in­stru­ment benö­tigt irgend­ei­ne Form von Wäge­zel­le. Es wird zwi­schen eich­pflich­ti­gen und nich­t­eich­pflich­ti­gen Waa­gen unter­schie­den. Eich­pflich­ti­ge Wäge­vor­rich­tun­gen sind zum Bei­spiel Waa­gen, die im Han­del ein­ge­setzt und zum Bestim­men des Gewichts von Obst und Gemü­se oder Fleisch ver­wen­det wer­den. Die Anfor­de­run­gen, die der­ar­ti­ge Waa­gen erfül­len müs­sen, wer­den durch das Gesetz über das Mess- und Eich­we­sen der EU gere­gelt, so dass auch die Anfor­de­run­gen an die Wäge­zel­len sowie die nach­ge­schal­te­te Elek­tro­nik durch die­se Geset­ze bestimmt wer­den. Ent­spre­chend muss eine Waa­ge, die im Han­del ein­ge­setzt wird, spe­zi­fi­sche Eigen­schaf­ten in Bezug auf Mess­ab­wei­chun­gen sowie die Wie­der­hol­bar­keit auf­wei­sen. Der DAkkS-Kali­brier­schein stellt zusätz­lich sicher, dass Ihre Indus­trie­waa­gen die­sen Anfor­de­run­gen genü­gen.

Im pri­va­ten Bereich sind Waa­gen nicht eich­pflich­tig. Typi­sche Bei­spie­le wären die Per­so­nen- oder die Küchen­waa­ge, wel­che ein­ma­lig gekauft wer­den und danach nicht mehr über­prüft bzw. neu­ka­li­briert wer­den.

Wägezellen bei Fahrzeugwaagen

Bei Fahr­zeug­waa­gen von As-Wäge­tech­nik han­delt es sich um elek­tro­me­cha­ni­sche Waa­gen, die über cha­rak­te­ris­ti­sche Vor­tei­le ver­fü­gen. Bei eini­gen Fahr­zeug­waa­gen wie zum Bei­spiel Brü­cken­waa­gen kann auf das Hebel­werk zwi­schen Wäge­zel­le und Wäge­platt­form kom­plett ver­zich­tet wer­den, denn das Gewicht las­tet direkt auf der Zel­le. So ist der Erhal­tungs­auf­wand im Ver­gleich zu zahl­rei­chen ande­ren Arten deut­lich gerin­ger, denn das Hebel­werk kann anfäl­lig für Kor­ro­si­ons­schä­den sein und muss in Stand gehal­ten wer­den. Die War­tung von Ver­schleiß­tei­len wie zum Bei­spiel Pfan­nen, Schnei­den oder ande­ren mecha­ni­schen Über­tra­gungs­ele­men­ten fällt weg.

Es kön­nen selbst gerin­ge Bau­hö­hen rea­li­siert wer­den. Per Daten­ver­bin­dung kann das Gewicht dann aus­ge­mes­sen wer­den. Bei Fahr­zeug­waa­gen ist es beson­ders wich­tig, dass die Grenz­last der Wäge­zel­len nicht über­schrit­ten wer­den soll­te. Die Grenz­last besteht aus der Nutz­last (Brut­to­last) und dem Eigen­ge­wicht der Waa­ge (Vor­last). Bei der Fahr­zeug­waa­ge kommt es auf den prak­ti­schen Nut­zen, sowie auf ihre Robust­heit an, aber eben­so auf ein­fa­che Hand­ha­bung der Waa­ge.